Persönlichkeitsbildung an Brennpunktschulen?

Geht das überhaupt?

Erster Bericht über ein vielversprechendes Pilotprojekt an einer Neuen Mittelschule in Wien Favoriten

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+ Kulturkampf im Klassenzimmer?

Wenn man das Buch von der sogenannten „Wutlehrerin“ Susanne Wiesinger liest, bekommt man erste Einblicke in die bunte Welt der Migrationsklassen an Wiener Volks- und Mittelschulen. Ja, es gibt sie, die Klassen ohne einen einzigen österreichischen Schüler drinnen. Kulturkämpfe sind dennoch nicht die Regel.

Wie es nun mal unter Kindern üblich ist, kommt es immer wieder zu Streitigkeiten, doch haben die oft einen typischen pubertierenden Charakter, der alle Themen umfasst, die es nur gibt. Meistens handelt es sich um Freundschaftsbeziehungen zwischen den Mädchen oder Meinungsverschiedenheiten unter Jungs.

+ Kinder wollen gehört werden
– egal welcher Nationalität angehörend

Als voriges Jahr erste Ansätze von MOBBING in unserer ersten Integrationsklasse sichtbar wurden, erkannten meine Kollegin und ich einen dringenden Handlungsbedarf. Wir versuchten es zuerst einmal mit einer Gesprächsrunde im Sesselkreis, um den SchülerInnen die Möglichkeit zu geben, sich frei äußern zu können.

Sehr schnell war uns klar, dass diese Form der Kommunikation trotz der Offenheit mancher Kinder, bestimmte Vorurteile gegenüber anderen MitschülerInnen, in dem Fall einer Schülerin mit der Diagnose „Schmetterlingskind“ nicht gänzlich abgeschafft werden können.

+ Projekt „Raum zum Austauschen“

Der Nachteil einer großen Gesprächsgruppe ist, dass erstens nicht jeder zu Wort kommen möchte und zweitens sich in einer durchmischten Gruppe, manche Mädchen und Jungs zu bestimmten Themen nicht äußern wollen. Dieses Bedürfnis ist bereits bei zehn- und elfjährigen SchülerInnen zu beobachten.

Also teilten wir sie in eine Mädchen – und eine Jungengruppe.

Um beiden Gruppen die Möglichkeit zu geben, „unter sich“ ihre Themen behandeln zu können, vereinbarten wir mit meiner Kollegin, dass wir uns alle zwei Wochen mit den Gruppen abwechseln werden. Also einmal ich die Jungs betreue, während sie den Mädchen zur Verfügung steht und dann wieder umgekehrt.

+ Erste große Überraschung:
Die Reife der 2.Klasserlnnen

Vor dem ersten getrennten Meeting mit den Jungs und den Mädchen, sollten die SchülerInnen die Möglichkeit haben, ihre Themen die sie mit uns besprechen möchten, in Ruhe zu überlegen. Dafür wurden für beide Gruppen zwei Boxen in der Klasse aufgestellt, um anonym seine Fragen, Wunschthemen und Anliegen hineinzuwerfen.

+ Let`s talk about SEX …

Es stellte sich heraus, dass neben Themen wie Freundschaft, Familie und Vertrauen, das Thema Sexualität viel Platz für sich in Anspruch nahm. Sehr reif formulierte Fragen kamen – zu unserer Überraschung – von der Gruppe der Jungs.

Fortsetzung folgt….

Mag. Ludmila Schindler
Sonderpädagogin in Integrationsklassen

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